Münchener Stadtentwässerung

Weniger Aufwand und sichere Dokumentation im Kanalbetrieb

Allein der Umstieg auf eine individuelle, intervallgestützte Kanalreinigung sorgte bei der Münchener Stadtentwässerung (MSE) für ein Einsparpotential, das die Einführungskosten des Betriebsführungssystems KANiO® amortisiert. Derzeit beträgt das jährliche, MSE-intern über KANiO® beauftragte Volumen über drei Millionen Euro und ist weiter steigend. Zudem ist die MSE durch KANiO® mit einer transparenten Betriebsführungsdokumentation gerichtsfest und nachweissicher auf zukünftige Anforderungen vorbereitet. Das Ergebnis hat letztlich alle überzeugt, dabei schienen anfänglich die Kundenwünsche an KANiO® recht hoch. Zur Jahrtausendwende wurden die vielfältigen Aufgaben der MSE zur Sicherstellung der Netzfunktion auf den Prüfstand gestellt. Zu berücksichtigen waren insbesondere die neuen Herausforderungen aus Eigenüberwachungsverordnung, Rechtssicherheit und Qualitätsmanagement. Als Ergebnis wurde Optimierungspotential erkannt, das mit Hilfe neuer Strategien und moderner Technologien gehoben werden sollte. So sollte das Betriebsführungssystem (BFS) etwa die gesamten technischen Prozesse im Rahmen des Instandhaltungsmanagements unterstützen.

Das komplette 2400 Kilometer lange Kanalnetz der Stadt München ist in Zonen und Teilzonen aufgeteilt. Innerhalb der Teilzonen befinden sich wiederum Spülstrecken, die aus einem unterschiedlichen Umfang von Haltungsobjekten bestehen. Für die hier enthaltenen Spülstrecken sind bereits im Betrieb Reinigungsintervalle festgelegt worden, die eine Wiederholung innerhalb von folgenden Intervallen festlegen: jährlich, alle zwei Jahre und alle vier Jahre.

Die Festlegung der Intervalle erfolgte durch die umfangreich vorhandenen Kenntnisse und Erfahrungen der Mitarbeiter der Kanalreinigung. Die Reinigungsintervalle wurden in der Vergangenheit innerhalb von separat geführten Excel-Listen erfasst. Durch Einführung des BFS wurden diese wertvollen Kenndaten einmalig in die zentrale Datenbank des BFS überführt. Zusammen mit den aus dem Netzinformationssystem bereit gestellten Kanalstammdaten bieten sie eine optimale Datenbasis für den Betrieb.

Komfortable Filterwerkzeuge innerhalb von KANiO® ermöglichen aufgrund der vorhandenen Grundlagendaten eine einfache Zusammenstellung der Reinigungs- und Inspektionsaufträge. Beispielsweise werden Reinigungsaufträge jeweils für eine Teilzone erstellt. Mit entsprechenden Filtern können dann intervallabhängig die entsprechenden Haltungen – gepackt in Spülstrecken – zu Beauftragungen aufgelistet werden. Die Ausgabe der Reinigungsaufträge erfolgte zunächst über die gewohnten Papierformulare. Die über die Ausführung der Reinigung erfassten Rückmeldungen dienen in der Folge zur Änderung und Optimierung der vorhandenen Intervalle. Somit basiert die Planung immer auf einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess im Sinne des Qualitätsmanagements.

Nach der produktiven Einführung des BFS in den einzelnen Betriebsbereichen der MSE begannen 2011 die konkreten Überlegungen zum Umstieg vom manuellen Auftragswesen auf eine Auftragsbearbeitung über mobile Erfassungsgeräte. Die grundlegenden Abstimmungen erfolgten hierzu bereits zu einem früheren Zeitpunkt, bei dem in einem umfassenden Praxistest die Anforderungen an die mobile KANiO®-Anwendung im Betrieb festgelegt wurden. Die dafür ermittelten Grundlagendaten sind in die Anschaffung der mobilen Hardware und des Grafik-Viewers eingeflossen. Die entsprechend festgelegten Leistungsmerkmale ermöglichen den Mitarbeitern eine einfachere und schnellere Dokumentation und eine wesentliche Unterstützung ihrer Prozesse im Netz.