Praxistipp 2020 3/4

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Starkregensaison hat begonnen. Vollgelaufene Keller, überflutete Fahrbahnen und Unfälle durch Aquaplaning: Feuerwehr und Polizei waren Mitte Juni durch die heftigen Unwetter unter anderem in Bayern, Thüringen und Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Im Gegensatz zu Fluss- und Küstenhochwasser, können Starkregenereignisse kurzer Dauer und Überflutungen laut Deutschem Wetterdienst überall in Deutschland auftreten. Der Weltklimarat geht bereits 2014 davon aus, dass extreme Niederschlagsereignisse in Europa bis zum Ende des Jahrhunderts zunehmen werden. Daher muss sich jeder daran anpassen und vorsorgen.

…was ist Starkregen:
Definition lt. DWD
15 bis 25 mm o. l/m² in 1 Stunde
oder
20 bis 35 mm o. l/m² in 6 Stunden

Starkregenindex
Überflutungsvorsorge als kommunale Gemeinschaftsaufgabe!

Die Überflutungsvorsorge ist Bestandteil der kommunalen Gemeinschaftsaufgabe und die Gesamtverantwortung bzw. eindeutige Zuordnung der Zuständigkeiten liegt bei den Kommunen. Ausgangspunkt für eine Risikokommunikation ist eine für alle relevanten Zielgruppen verständliche Beschreibung von Starkregen. Eine Argumentation mit statistischen Wiederkehrzeiten ist wenig geeignet. Optimieren Sie Ihre Risikokommunikation normgerecht mit Hilfe des Starkregenindex.

Betreiben Sie Risikokommunikation nach DWA-Standard!

Der Starkregenindex wurde im Merkblatt DWA-M 119 als geeignetes Hilfsmittel zur Risikokommunikation ausgewiesen. Nutzen Sie den von der DWA entwickelten Vorschlag zur Risikokommunikation anhand des Starkregenindex:

  • Entwässerungsanlagen werden üblicherweise mit Bemessungsregen der Stärke 1-3 bemessen
  • Ein Überflutungsschutz wird für Indizes von 4-5 angestrebt
  • Für Indizes von 6-12 ist ein vollständiger Schutz weder technisch noch wirtschaftlich leistbar – vorsorgende Schadensbegrenzung steht hier im Vordergrund

ZukunftSICHER! Automatisieren
Vernetzen Sie Niederschlagsdaten mit Ihrer Aktorik!

Eine Besonderheit stellt die Kombination und Vernetzung mit Niederschlagsdaten aus dem Niederschlagsportal NiRA.web dar. NiRA.web liefert aktuelle Informationen zum Niederschlag und der Niederschlagsprognose online über eine OPC UA-Schnittstelle direkt an andere Softwaresysteme. Darüber hinaus lässt sich der Starkregenindex im Webportal NiRA.web direkt integrieren. Nachfolgend finden Sie praktische Beispielanwendungen, die sich bewährt haben.

ANWENDUNGSBEISPIEL 1 – Strahljet/Beckenreinigung

Konventionelle Strahljets arbeiten füllstands- und tendenzabhängig. Mit IntelliGrid Automation speichern sie Füllstandsganglinien und kennen daher die Trockenwetterzeiten. In Verbindung mit den Niederschlagsprognosen aus dem NiRA.web Portal können anstehende Einstauereignisse somit bewertet werden, um die Betriebsweise der Jets auf das zu Erwartende einzustellen. Dies führt zu wesentlich geringeren Betriebszeiten und somit Einsparungen an Energie und insgesamt an Betriebskosten.

ANWENDUNGSBEISPIEL 2 – Gewässerschutz

Es ist sinnvoll, die Einleitung von Abwässern in Gewässer bei Starkregen zu reduzieren. Dazu wurden die Kanalisationssysteme mit Rückhalteräumen in Form von Regenbecken ausgestattet. Doch auch deren Speicherkapazitäten sind bei Starkregenereignissen begrenzt. Bei Auslastung der Stauräume wird dann mit Regenwasser vermischtes Abwasser über Überlaufbauwerke in die Gewässer eingeleitet.
Um die vorhandenen Stauräume besser auszunutzen, bedarf es Informationen zum Niederschlagsabflussgeschehen. Diese liefern SCADA –Systeme durch aufgezeichneten Füllstands- und Durchflussdaten. Für ein ganzheitliches Bewirtschaften sind zusätzlich Niederschlagsdaten erforderlich, welche durch das Niederschlagsportal NiRA.web zur Verfügung gestellt werden. Die historischen, aktuellen und prognostischen Füllstands-, Abfluss-und Niederschlagsdaten werden dann im Bewirtschaftungs-System IntelliNet verarbeitet. Das ermöglicht eine situativ einstellbare Abfluss-, Steuer- und Regeleinrichtung. Ziel ist, vorhandene Stauräume bei unterschiedlichen Ereignissen optimal auszunutzen und Einleitungen in Gewässer damit zu reduzieren.

ANWENDUNGSBEISPIEL 3 – Rechen

Die beste Rückhaltewirkung von Schwimmstoffen bei Rechenanlagen wird durch einen Rechengut-Filter erzielt. Diese Filter baut sich bei Entlastung und Stillstand der Reinigungsharke unter Berücksichtigung des Oberwasserstands durch die Schwimmstoffe vor bzw. in der Rechenanlage auf. Sollten bestimmte Wasserstände erreicht bzw. überschritten werden, tritt die Reinigungsharke in Funktion und reinigt die Rechenanlage soweit hydraulisch erforderlich.
Zum Ende eines Entlastungsereignisses findet i.d.R. eine Endreinigung der Rechenanlage statt. Diese Reinigung entfällt, der Rechenfilter wird erhalten, wenn vom NiRA.web die Information über ein weiteres zu erwartendes Niederschlagsereignis mit einer weiteren Entlastung kommt. Ergebnis: Umweltschutz, geringere Laufbelastung und Energieersparnis.

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